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Coprozessor-Geschichte

Mar 14, 2019

Um die Prozessorzeit des Großrechners optimal auszunutzen, wurden Eingabe- / Ausgabeaufgaben an separate Systeme delegiert, die als Kanal-E / A bezeichnet werden. Der Mainframe würde überhaupt keine E / A-Verarbeitung erfordern, sondern lediglich Parameter für eine Eingabe- oder Ausgabeoperation festlegen und dann dem Kanalprozessor signalisieren, die gesamte Operation auszuführen. Durch die Bereitstellung relativ einfacher Subprozessoren für die zeitaufwändige Formatierung und Verarbeitung von E / A wurde die Gesamtsystemleistung verbessert.


Coprozessoren für Gleitkomma-Arithmetik tauchten erstmals in den 1970er-Jahren auf und wurden in den 1980er-Jahren und in den frühen 1990er-Jahren verbreitet. Frühe 8-Bit- und 16-Bit-Prozessoren verwendeten Software, um Gleitkommaarithmetikoperationen auszuführen. Wo ein Coprozessor unterstützt wurde, konnten Gleitkommaberechnungen um ein Vielfaches schneller durchgeführt werden. Mathematische Coprozessoren waren beliebte Anschaffungen für Benutzer von CAD-Software (Computer Aided Design) sowie von wissenschaftlichen und technischen Berechnungen. Einige Fließkomma-Einheiten wie AMD 9511, Intel I8231 und Weitek FPUs wurden als Peripheriegeräte behandelt, während andere wie Intel 8087, Motorola 68881 und National 32081 enger in die CPU integriert wurden.


Eine andere Form des Coprozessors war ein Videodisplay-Coprozessor, wie er in der Atari 8-Bit-Familie, den Texas Instruments TI-99 / 4A- und MSX-Heimcomputern, die als "Videodisplay-Controller" bezeichnet wurden, verwendet wurde. Der kundenspezifische Commodore Amiga-Chipsatz enthielt eine solche Einheit, die als Kupfer bekannt ist, sowie einen Blitter zur Beschleunigung der Bitmap-Manipulation im Speicher.


Mit der Entwicklung der Mikroprozessoren sanken die Kosten für die Integration der Gleitkomma-Arithmetikfunktionen in den Prozessor. Hohe Prozessorgeschwindigkeiten erschwerten auch die Implementierung eines eng integrierten Coprozessors. Separat verpackte Mathematik-Coprozessoren sind in Desktop-Computern mittlerweile keine Seltenheit mehr. Die Nachfrage nach einem speziellen Grafik-Coprozessor hat jedoch zugenommen, insbesondere aufgrund der zunehmenden Nachfrage nach realistischen 3D-Grafiken in Computerspielen.